Lebenswege

 

Stehst auf und gehst, bis du bist vergangen
Mal mit leichtem, mal mit schwerem Schritte
Ahnst vor dir, heimlich, wolkenverhangen
Den Horizont, lange nach der Lebensmitte.

Gehst weiter und weiter, deinem Ende entgegen
Fragst dich manchmal nach dem Grund
Wartest müde darauf, dich nieder zu legen
Hast stets vor Augen, du bist nicht gesund.

Am Ziel, wenn er kommt, dich zurück zu holen
Dich erlösend in die starken Arme nimmt
Dann scheint es, als hat er dein Leben gestohlen
Doch in Wahrheit warst du immer sein Kind.

(für meinen Vater)

©MarionWelter

 

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